Erfahren Sie mehr über das Land und die Menschen in Brasilien:

Für die einen ist es das Land von Karneval, Samba und Fußball, für andere steht die Bedrohung der Tropenwälder und Indianer im Vordergrund.

Manche denken vor allem an Straßenkinder, an Drogen und Kriminalität, wieder andere an die Gefahren für die noch junge Demokratie durch Misswirtschaft und Korruption.

Der Name Brasilien weckt im Ausland sehr unterschiedliche Assoziationen.

Das Land im Überblick

Name: Föderative Republik Brasilien. Bevölkerung: ca. 184 Millionen. Hauptstadt: Brasília

Regierungsform: Präsidiale Republik. Nationalfeiertag: 7. September (Unabhängigkeitstag, 1822). Sprache: Portugiesisch (mit brasilianischen Eigenarten).

Religion: Christentum (85% römisch-katholisch, 11% protestantisch, 4% andere); afrobrasilianische Kulte

Bevölkerungsreichste Städte: São Paulo, Rio de Janeiro, Salvador, Belo Horizonte, Fortaleza, Brasília, Recife, Curitiba, Porto Alegre, Belém

Hauptflüsse: Amazonas, Rio Negro, São Francisco, Paraná, Jurú, Madeira, Purus, Tocantins, Araguaia, Japurá,Tapajós.

Landesgröße und Lage: Brasilien ist - nach Russland, Kanada, China und den USA - der fünfgrößte Staat der Erde und das größte Land Südamerikas.

Seine Fläche von 8.511.965 km umfasst 47% des süd-amerikanischen Kontinents.

Brasilien ist ein Land kontinentaler Ausmaße. Mit etwas über doppelt so vielen Einwohnern wie der Bundesrepublik hat das Land die 24-fache Fläche Deutschlands.

Zahlen können diese Dimensionen nicht so einprägsam vor Augen führen wie Vergleiche. Die Nord-Süd-Ausdehnung Brasiliens entspricht etwa der Entfernung vom Nordkap bis Gibraltar, im west-östlichen Vergleich reicht die Landkarte Brasiliens von der Bretagne bis zum Ural!

Flagge: Das Grün des Grundes symbolisiert Brasiliens Waldreichtum, das Gelb der Raute Brasiliens Reichtum an Gold und anderen Bodenschätzen,

die blaue Himmelskugel das Blau des Himmels über Brasilien, die weißen Sterne stehen für die einzelnen Bundesstaaten.

Das Schriftband trägt das Motto Ordem e Progresso (Ordnung und Fortschritt)

Die soziale Situation: Brasilien hat mehr als 184 Millionen Einwohner, 1960 waren es noch 70 Millionen. Die Bevölkerung hat sich also in den vergangenen 45 Jahren mehr als verdoppelt.

Große Familien sind in einem Land wie Brasilien ein wichtiges Element der Überlebenssicherung, da Kinder und Jugendliche schon früh ein Einkommen erzielen.

Dann spielt die traditionelle Haltung bei der Geburtenregelung eine Rolle, dritte die mangelnde Sexualaufklärung

und nicht zuletzt die Einstellung der Familien als Altersvorsorge möglichst viele Kinder zu haben.

Brasilien gilt als typisches Schwellenland mit einem hohen Grad an Industrialisierung und einem breiten Angebot an Gütern.

Doch maximal ein Drittel der Gesamtbevölkerung nimmt am Wirtschaftskreislauf teil, die Mehrheit ist in der Schattenwirtschaft tätig oder lebt am Rande des Existenzminimums in bitterer Armut.

Es gibt zwei Brasilien, die auf dem gleichen Territorium, Seite an Seite existieren. Das eine ist ein Land von riesigem Potential, unbegrenzten Möglichkeiten und unvorstellbaren Reichtums.

Das andere hingegen ist ein Land des Mangels, des menschlichen Elends und der Not.

Die Armut zog in Brasilien mit der Kolonisierung ein. Der Grundstein hierfür wurde mit dem System der "Casa Grande", also mit dem Herrenhaus auf dem Lande gelegt.

Die Fazenda war auf Sklavenarbeit aufgebaut und funktionierte stets patriarchalisch. Oben und unten, arm und reich waren festgelegt.

Die Nachwirkungen dieses Systems bestimmen immer noch die brasilianische Sozialstruktur. Auch heute noch ist die Gesellschaft streng gegliedert.

Nach einem Jahrzehnt der Wirtschaftskrisen klafft die Einkommensschere fast weiter denn je auseinander.

Die Einkommenssituation zwingt die meisten Brasilianer, nach einem Zusatzverdienst zu suchen. Bei den Armen ist es üblich, dass die Kinder mit zehn Jahren zu arbeiten beginnen. Beispiele für große regionale Gegensätze findet man in jeder Stadt und in jedem Staat, doch sind auch enorme regionale Diskrepanzen festzustellen.

Als Brasilien Kolonie war, galt der Nordosten lange Zeit als das Zentrum der Zuckerplantagen und als die dominierende brasilianische Wirtschaftsregion.

Doch als der Zucker an Bedeutung verlor, ging es mit dieser Region bergab. Den Todesstoß versetzte ihr die stürmische industrielle Revolution, die die wirtschaftliche Macht auf die Städte im Südosten und Süden verlagerte, wo sich die Fabriken konzentrierten.

Fehlende Industrie, Dürreperioden und ein überkommenes landwirtschaftliches Pachtsystem ließen den Nordosten zum Symbol des anderen Brasilien werden.

Zwischen 1970 und 1980 wuchs die Bevölkerung im Stadtgebiet von São Paulo um drei Millionen Menschen, von denen die meisten aus dem verarmten Nordosten kamen.

Im Laufe dieser Entwicklung gelangten arme, ungelernte Bauern in die Industriezentren des Südens und Südostens und lieferten beständig billige Arbeitskräfte, aber auch ein riesiges und wachsendes soziales Problem.

Abgesehen davon, dass die Städte, was Wohnraum, Dienstleistungen und Versorgungseinrichtungen betrifft, bis an den Rand ihrer Möglichkeiten strapaziert werden, lässt diese Masse von armen Einwanderern die Slums in den Städten anwachsen und damit die Kriminalität.

Heute leben ca. über fünf Millionen Einwohner von São Paulo, das ist die Hälfte der Stadtbevölkerung, in Wohnungen, die weit unter dem Mindeststandard liegen.

Die Regierung: Am 27. Oktober 2002 wurde Luiz Inácio Lula da Silva (geb. am 27. Oktober 1945) von der Arbeiterpartei PT (Partido dos Trabalhadores) in einem zweiten Wahlgang zum brasilianischen Staatspräsidenten gewählt.

Er erhielt 61,27 Prozent der abgegebenen Stimmen und trat seine vierjährige Amtszeit zum 1. Januar 2003 an.

Das Vertrauen der Brasilianer in ihren Präsidenten ist groß - und dessen Verantwortung ist es nicht minder. Dieser Präsident ist Garant, seinen unter schwierigen globalen wirtschaftlichen Umständen eingeschlagenen Kurs der Modernisierung und der sozialen Reformen in den nächsten Jahren fortzusetzen.

Gemäß dem Wahlspruch in der Flagge: Ordnung und Fortschritt.

In diesem Zusammenhang ist besonders erwähnenswert, das Sonderstaatssekretariat für Menschenrechte das im Mai 2003 gegründete wurde.

Es untersteht dem Präsidialamt und hat die Koordination und Umsetzung der brasilianischen Menschenrechtspolitik gemäß den Richtlinien des Brasilianischen Programms für Menschenrechte zur Aufgabe.

Dem Sonderstaatssekretariat für Menschenrechte sind drei Untersekretariate unterstellt:

1. Das Untersekretariat für die Koordination von Menschenrechtspolitik mit den Aufgaben der Kontaktherstellung zwischen dem Sonderstaatssekretariat mit Regierungs-, Nichtregierungs-, Internationalen und ausländischen Organisationen. Ziel ist die Umsetzung der brasilianischen Menschenrechtspolitik.

Koordination, die Umsetzung und Überwachung der Unterzeichnung von Übereinkünften, Verträgen und Abkommen durch das Sonderstaatssekretariat. Begutachtung der Zielsetzungen und der Mittelbemessung.

2. Das Untersekretariat für Förderung und Schutz der Menschenrechte mit den Aufgaben die Umsetzung des Brasilianischen Programms für Menschenrechte zu kontrollieren.

Jährlich wird der „Prêmio Direitos Humanos“ verliehen, mit dem die brasilianische Regierung Organisationen oder Personen auszeichnet, die sich im Einsatz für die Menschenrechte und deren weltweite Beachtung verdient gemacht haben.

3. Das Untersekretariat für die Förderung der Rechte des Kindes und der Jugendlichen mit den Aufgaben der Koordination und Mobilisation der Zivilgesellschaft für eine Politik zum Schutz der Kinder- und Jugendrechte.

Hierzu werden öffentliche Einrichtungen entsprechend gefördert. Schaffung von Formen dezentralisierter Sozialpolitik, bei der Regierung und Gesellschaft auf allen drei Verwaltungsebenen unter Berücksichtigung des brasilianischen Kinder- und Jugendstatuts zusammenarbeiten.

Das Sonderstaatssekretariat für Menschenrechte unterstützt die Arbeit von fünf nationalen Räten, in denen Regierung und organisierte Zivilgesellschaft vertreten sind und ihre Politik im Sinne der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen aufeinander abstimmen.

Karneval - die fünfte Jahreszeit: Die Karnevalszeit ist die wichtigste Zeit in Rio. Kein Wunder dass Menschen aus der ganzen Welt deshalb nach Rio kommen, um die fünfte Jahreszeit einmal dort zu erleben.

Carnaval (die korrekte Schreibweise in Portugiesisch) beginnt offiziell am Freitag vor Aschermittwoch. Die ersten Anzeichen davon kann man jedoch schon ab Januar verspüren.

Die Parade der Sambaschulen im so genannten "Sambodrome" ist etwas, das jeder einmal gesehen haben muss. Am besten in natura, denn im Fernsehen macht’s nur halb so viel Spaß.

Dort zu sein, und zu spüren, wie der Rhythmus ins Blut geht - das ist es. Der Samba hinterlässt bei den Gästen Rios so einen tiefen Eindruck, dass sich viele davon ebenfalls als Carioca fühlen, auch wenn Sie von der Sprache nichts verstehen.

Gemeint ist hier nicht irgendeine Parade, sondern die größte Parade der Welt. Sie ist unglaublich vielfarbig, wild, abwechslungsreich, harmonisch und ansteckend, dass man es kaum beschreiben kann.

Besucher können sogar als (zahlender) Gast mit einer der Sambaschulen an der Parade teilnehmen.

Die meisten der prächtig kostümierten Könige, Königinnen, Prinzessinnen und Baianas haben das ganze Jahr über hart gearbeitet, um sich die Kostüme leisten zu können, die sie nun für nur wenige Stunden tragen.

Daran, und mit der Freude, mit der sie das tun, kann man wohl am besten ermessen, wie viel diese Parade ihnen bedeutet.

Favelas - die Armenviertel Brasiliens: Ursprünglich war "Favela" die Bezeichnung eines Hügels in Rio de Janeiro, an dem arme, von der Gesellschaft ausgestoßene Menschen Hütten aufgebaut hatten, um wenigstens ein, wenn auch erbärmliches, Dach über dem Kopf zu haben.

Doch in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts, als die Städte durch die Industrialisierung ein immer attraktiver Anziehungspunkt für die mittellose Landbevölkerung wurden, wuchs eben auch das Heer jener, die keine gut bezahlte Arbeit oder feste Anstellung fanden und ein notdürftiges Quartier finden mussten.

Als fester Bestandteil des brasilianischen Lebens hat die Favela leider etwas Banales, Alltägliches angenommen, was die Bedeutung dieses sozialen Missstandes zu verharmlosen droht.

Eine Favela ist zunächst illegal besetztes Land, auf dem die Menschen notdürftige Hütten bauen.

Es existieren keinerlei Besitzansprüche, und nicht selten kam es vor, dass die ganze Favela mit Baggern dem Erdboden gleichgemacht wurde und die Menschen ihr weniges Hab und Gut verloren haben.

Von den hygienischen Verhältnissen und der Gefahr von Krankheiten kann man sich ein lebhaftes Bild machen. Nur ganz wenige Favelas haben den Wandel zum sauberen Unterklasseviertel geschafft, die meisten werden sich wohl nie ändern.

Man muss sich einmal den unglaublichen Mut und die Anpassungsfähigkeit der Favelados vor Augen halten.

Sie haben es trotz erbärmlicher Ausgangsvoraussetzungen und qualvoller Enge geschafft, sich irgendwie zu arrangieren und das Leben einigermaßen erträglich zu gestalten.

Auch wenn diese Art der Existenz gemeinhin als krebsartige urbane Wucherung bezeichnet wird, die als ein Hort Krimineller vor sich hinfault, die Favelas haben noch eine andere Seite:

sie ermöglichen die Errichtung eines sozialen Geflechts, das sich den gesellschaftlichen Gegebenheiten anpasst. In manchen Favelas kämpfen die Bewohner gemeinsam um fließendes Wasser, um Kanalisation und Elektrizität.

Die Solidaritätsbekundungen unter den Favelados sind zahlreich. Ein alter Mensch fühlt sich dort niemals einsam, und einer kranken Mutter nimmt man die Kinder ab.

Die Favelas sind Welten für sich mit eigenen Gesetzen und Regeln. Das Leben unter den Umständen der Favelas kann man oft nur als Überlebenskampf bezeichnen.

Dass diese soziale Situation die Eskalation von Gewalt und den Konsum von Drogen zur Folge hat, ist klar. Alkohol und Drogen helfen dabei, den harten Alltag zu vergessen.

Die Familien bestehen oft aus 6 und mehr Personen. Dabei sind nicht viele Väter mitgezählt, weil diese die Frauen häufig sitzen lassen.

Brasilien ist weltweit das Land mit den meisten allein erziehenden Müttern. Und die Zahl der Kinder wächst immer weiter, da Verhütung für viele etwas Unbekanntes ist.

Damit genug Einkommen für die ganze Familie da ist, müssen schon kleine Kinder Geld beschaffen, entweder durch Betteln oder durch Arbeit.

Die Arbeit der Kinder hat zur Folge, dass sie keine Zeit mehr haben, um in die Schule zu gehen. Der Weg zu einer Berufsausbildung und damit zu einer besseren Zukunft bleibt versperrt.

Es ist beinahe unmöglich für diese Menschen, diesen Teufelskreis zu verlassen.

Niemand der Brasilien besucht wird die Augen davor verschließen können, dass es heute überall Favelas gibt. Kaum eine Fahrt vom Flughafen zum Hotel, ein Ausflug in einen benachbarten Ort, ohne dass man entlang ganzer Viertel von Favelas fährt.

Straßenkinder

Über sieben Millionen Straßenkinder, über drei Millionen arbeitende Kinder, über zwei Millionen Prostituierte unter 15 Jahren - das sind keine Sensationsberichte, sondern belegte Zahlen.

Ein Drittel der Bevölkerung São Paulos lebt in Favelas oder einsturzgefährdeten Häusern, in Rio lebt etwa die Hälfte der Einwohner in den über 400 Favelas.

Die Väter kinderreicher Familien kapitulieren häufig vor den Pflichten, die sie als Ernährer haben, und lassen die Frauen oftmals alleine mit sechs oder mehr Kindern.

Diese müssen dann zwangsläufig zum Familienunterhalt beitragen, falls sie sich nicht lieber auf der Straße als Selbstversorger durchschlagen wollen.

Gerade an den Kindern spiegeln sich die krassen gesellschaftlichen Unterschiede Brasiliens wider:

Auf der einen Seite die kleine Mädchen, die von Kindesbeinen an zu koketten Ladys erzogen werden und dir kleinen Jungen als frühreife Kavaliere, kindliche Machos, bald verschwenderische "Vatersöhne".

Auf der anderen Seite dann die Millionen Kinder, die schon von klein auf zum Unterhalt der Familie beitragen müssen. Spätestens mit acht helfen Mädchen in den Favelas beim Waschen und Putzen, passen auf ihre kleineren Geschwister auf, fehlen noch öfter in der Schule als die Jungen, weil sie zu Hause gebraucht werden.

Unzählige gehen auf den Strich; noch bevor sie zu Frauen geworden sind. Die Jungen landen früh auf freier Wildbahn, schlagen sich durch mit diversen Jobs wie Straßenverkäufer, Schuhputzer, Tütenträger an den Supermärkten, Autoscheibenwäscher an den roten Ampeln, Parkwächter usw.

Von diesen Jungen kehren nur einige nachts heim, wenn sie überhaupt noch eine Familie haben. Also bleiben die Kinder lieber weg, im Labyrinth der Straßen, wo sie sich besser auskennen als jeder andere.

Nachts sieht man sie dicht aneinander gedrückt in den Hauseingängen schlafen, in den U-Bahnschächten, am Strand - Mädchen sind auch dabei.

Viele der Straßenkinder haben ihre Anlaufstellen, Bars oder Cafés z.B. wo sie sich Essensreste holen. Es kommt aber immer häufiger vor, dass „bessere Restaurants“ ihre Abfälle chemisch behandeln, um sie ungenießbar zu machen.

Den Gästen soll der Anblick von Hungernden erspart bleiben. Die etwas Größeren werden meist nur noch als eine Bedrohung empfunden.

Wie viele dieser Straßenkinder, die auch abfällig "Pivetes - Rotzbengel, Straßendieb, Taugenichts" genannt werden, zu den berüchtigten Kinderbanden gehören, weiß niemand genau.

Täglich sind die Zeitungen voller Einzelheiten über jene, die in die Kämpfe der Drogenringe geraten, die von Lynch-Kommandos aus gedungenen Killern und Ex-Polizisten ermordet werden.

Sie werden willkürlich aufgegriffen und an einem verlassen Ort vergewaltigt, gefoltert und ermordet. Verdächtigt als Auftraggeber werden u.a. die um ihren Umsatz besorgten Besitzer großer Läden und Restaurants.

Die Kinderhorden verschreckten ihre Kunden, sagen sie. Ein weiterer Stereotyp entsteht dadurch, dass alle Kinder, die sich auf den Straßen aufhalten, unter den Begriff "Straßenkinder" fallen.

Die überwiegende Mehrzahl ist jedoch nur scheinbar sich selbst überlassen, die Straße ist lediglich ihr Arbeitsplatz, oder, aus Mangel an betreuten, bezahlbaren Kindergärten und Jugendzentren, ihr Aufenthaltsort, während die Eltern einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

Ein weiteres erschreckendes Phänomen ist der Diebstahl von Kindern. Die so genannten "Crianças de Avião - Flugzeugkinder" werden Familien, die in extremer Armut leben, von skrupellosen Händlern billig abgekauft oder schlicht entrissen und dann auf dem "schwarzen Markt" zur Adoption angeboten.

Die "Käufer" sind meistens Europäer, die die Kinder in ihr eigenes Land holen. Wer den legalen Adoptionsweg wählt, muss sich auf zermürbende Auseinandersetzungen mit der brasilianischen Gesetzgebung einlassen. Schon deswegen blüht der illegale Kinderhandel.

Die staatliche Reaktion beschränkt sich auf das Eingestehen von Ratlosigkeit oder - trotz jahrelanger erfolgloser Versuche - den Vorschlag der Zwangsinternierung.

Die mangelnde staatliche Fürsorge schlägt sich z.B. in der unzureichenden Schulbildung nieder, was den Kindern einen Ausbruch aus dem Elend weiter erschwert.

Der konstruktive Umgang mit Straßenkindern bleibt fast ausschließlich das Betätigungsfeld von Kirchen. Greift die Polizei Straßenkinder auf, müssen sie mit einer Zwangseinweisung ins Heim oder ins Gefängnis rechnen.

Die Straßenkinder sind ständig auf der Flucht: Sie laufen vor der Gewalt zu Hause ebenso davon wie vor brutalen Sicherheitskräften.

Und das Leben in einem Heim macht die Jungen und Mädchen nur noch verzweifelter und aggressiver.

Ziele die ajuda-100-Prozent-Garantie das ajuda-Team Fragen Pressestimmen

aktuelle Projekte ajuda-Alphabetisierung ajuda-Kinderpatenschaft Häuserbau in Crato Hilfe für Müllsammler Bibliothek Espaço do Saber

abgeschlossene Projekte Kindergarten Escola Maria Lorenza Civalleri Kindertagesstätte Creche Escola Nossa Senhora Santana

Aktionen Brasilien Hilfe Konzeption, Design und Programmierung: Dirk Vorholt